Freitag, 20. Januar 2012

Es geschehen noch Zeichen und Wunder!


Diese Redewendung drückt bekanntlich aus, dass etwas geschehen ist, mit dem man nicht gerechnet hat. Etwas, das kaum zu glauben ist.

Hans – Jürgen, unser gefühlter amtierender „gewissermaßen Regimentskommandeur“, hatte es mir schon prophezeit:
„Irgendwann wird Dir Dein Vater noch einmal von einem unserer Bilder zulächeln!“

Natürlich habe ich mir das immer gewünscht, doch glauben konnte ich es kaum.
Heute bekam ich nun eine Mail von HJ.
Er schrieb mir:
„Hallo Großer,
haste das Bild gesehen?
Der Soldat hat auch eine Gitarre...
Übereinstimmung?
Dann wäre die Jahreszahl falsch, denke ich...“

Danke lieber Hans – Jürgen!
Deine Voraussage hat sich bewahrheitet.
Ich freue mich sehr über das Bild. Genau so habe ich meinen Vater in Erinnerung. Zumal er wirklich lächelt!
Es handelt sich um meinen Vater. Ein Irrtum ist völlig ausgeschlossen.

Dieses Bild wurde in der Zeit zwischen dem 9.Mai und dem 8. Juni 1943 aufgenommen.
(Das Originalbild befindet sich im großen Blog unter dem Titel: Im Wald bei den Mücken.)

Anfang April lag die 4.Panzerdivision in Nowgorod Sewerski, in Seredina Buda und Schostka.
Durch die Rasputniza, die Schlammperiode im Frühjahr, waren keine Kampfhandlungen möglich. So konnte man im Rahmen der Aktion „Lenz“ die erste Ruhezeit seit 21 Monaten Krieg für eine allgemeine Auffrischung, für Reparaturen und Ausbildung, allerdings ohne Neuzuführung von Menschen und Material, nutzen.
Damit wurde die große Schlacht um die Begradigung des russischen Frontbogens um Kursk vorbereitet.
Interessant ist, dass von diesem „Angriffsunternehmen Zitadelle“ nur engere obere Kreise mündlich unterrichtet worden waren. Fast gleichzeitig war es schon ein allgemeines Gesprächsthema in den Urlauberzügen.
Der schließlich erfolgte Befehl: „Strengste Geheimhaltung! Anmarsch nur im Dunklen! Umbenennung aller Stäbe und Truppenteile! Bis zum Beginn Funkstille!“, machte keinen Sinn. Die Russen waren durch Verrat lange vorher informiert.
Unternehmen Zitadelle wurde aus anderen Gründen verschoben.
So konnte das auch wichtige „Unternehmen Zigeunerbaron“ durchgeführt werden.
Die russischen Partisanen wurden von den deutschen Soldaten als Banden bezeichnet, weil sie hinter dem Rücken der Deutschen Wehrmacht agierten. Das war zwar nicht ritterlich, aber effektiv für die russische Seite.
Die Partisanenüberfälle und die damit entstandenen Schäden und Verluste mehrten sich. Die Durchführung des Unternehmens „Zigeunerbaron“, welches die Aufgabe hatte die 6000 vermuteten Partisanen in den riesigen Wäldern südlich von Briansk  zu vernichten, war zwingend erforderlich.
Es war erkennbar, dass diese den offiziellen Auftrag hatten die deutsche Offensive von hinten her massiv zu stören.
Während der Aktion „Zigeunerbaron“ wurde das oben beschriebene Bild mit meinem Vater aufgenommen. Er war im Regiment allgemein als „der Musiker“ bekannt, was ich inzwischen von Fritz Schneider vermittelt von Hans - Jürgen weiß.
Es ist auf dem Bild deutlich erkennbar, dass die allgemeine Stimmung im Panzerregiment 35 zu dieser Zeit noch sehr gut war.
Mit Sicherheit hat mein Vati dazu seinen Beitrag geleistet.
Darauf darf auch ich ein bisschen stolz sein.

Kommentare:

  1. Kaum zu glauben!
    Aber kleine Wunder gibt es immer wieder! Gerade diese kleinen Wunder, welche für einen anderen Menschen geradzu große und unglaubliche Wunder sind, geben unserer Arbeit den vorzeigbaren Sinn, der auch unserem Blog die Berechtigung gibt. Wenn Axel sich freut, dann ist es auch für mich ein Festtag! Diese Freude kann jeder normale Mensch nachvollziehen.

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